Wer eine FTMO-Challenge im 2-Step-Programm kauft, wählt einen Kontotyp: Standard oder Swing. Der Unterschied wirkt klein, entscheidet aber später im FTMO Account darüber, wann du überhaupt handeln darfst. Und die Wahl lässt sich nur in eine Richtung korrigieren.
Der Unterschied auf einen Blick
| Standard | Swing | |
|---|---|---|
| Hebel | bis 1:100 | bis 1:30 |
| Handel rund um wichtige Wirtschaftsdaten (FTMO Account) | eingeschränkt: ±2 Minuten keine Ausführung | keine Einschränkung |
| Positionen über Nacht bzw. Wochenende halten (FTMO Account) | nicht über Marktpausen von mehr als 2 Stunden | erlaubt |
| Während Challenge und Verification | keine dieser Einschränkungen | keine dieser Einschränkungen |
| Verfügbar | 1-Step und 2-Step | nur 2-Step |
Wichtig: In der Challenge und der Verification merkst du den Unterschied kaum. Die Einschränkungen des Standard-Kontos greifen erst im FTMO Account, also dann, wenn es um echte Auszahlungen geht.
Die News-Regel im Detail
Auf Standard-Konten im FTMO Account sperrt FTMO jede Order-Ausführung 2 Minuten vor bis 2 Minuten nach ausgewählten Wirtschaftsdaten. Das betrifft:
- Eröffnen und Schliessen von Positionen,
- ausgelöste Stops und Ziele (Stop Loss, Take Profit),
- ausgelöste Pending Orders.
Gesperrt sind nur Instrumente, die zur betroffenen Währung oder zum betroffenen Markt gehören. Bei US-Daten (Zinsentscheid, Arbeitsmarkt, Inflation, BIP, FOMC-Protokoll) also USD-Paare, Gold, US-Indizes wie der Nasdaq 100 und der Dollar-Index. Positionen, die mehr als 2 Minuten vor dem Termin eröffnet wurden, darfst du halten. Welche Termine gelten, markiert FTMO im eigenen Wirtschaftskalender mit «Restricted event». Ein Verstoss kann das FTMO Account kosten.
Der heikle Punkt: Auch ein Stop, der zufällig in diesem Fenster ausgelöst wird, zählt. Wer US-Indizes handelt, kann deshalb ohne eigenes Zutun gegen die Regel verstossen, wenn ein Termin in seine Handelszeit fällt.
Was das für Expert Advisors bedeutet
Viele EAs kennen keinen Wirtschaftskalender. Sie eröffnen, verschieben und schliessen Positionen nach ihren eigenen Regeln – auch um 14:30 oder 20:00 Uhr Schweizer Zeit, wenn in den USA Daten oder der Zinsentscheid kommen. Auf einem Standard-Konto im FTMO Account ist das ein Risiko, das du nur mit einem zuverlässigen News-Filter abfangen kannst.
Auf einem Swing-Konto gibt es diese Einschränkung nicht. Darum verlangt zum Beispiel die Constans Engine ein Swing-Konto: Sie hat keinen News-Filter, und ihre Prüfzeiten fallen auf Termine, an denen in den USA Daten veröffentlicht werden.
Den Kontotyp wechseln
- Standard → Swing: nicht möglich, sobald das Konto gekauft ist. Auch während Challenge oder Verification nicht.
- Swing → Standard: möglich vor jedem neuen Zyklus, zum Beispiel nach einer Auszahlung oder bevor du den ersten Trade platzierst.
Wer also unsicher ist, wählt besser gleich Swing – zurück zu Standard geht später, umgekehrt nicht.
Was für beide Kontotypen gilt
Unabhängig vom Kontotyp gelten FTMOs verbotene Handelspraktiken (Forbidden Trading Practices), etwa zu übermässigem Risiko, zu Handel durch Dritte oder zu Gap-Trading. Swing ist keine Erlaubnis für alles, sondern nur die Befreiung von der News- und der Haltedauer-Einschränkung.
Entscheidungshilfe
- Du handelst manuell, kurzfristig und nie rund um Daten? Standard mit höherem Hebel kann passen.
- Du hältst Positionen über Nacht, handelst US-Indizes oder nutzt einen EA ohne News-Filter? Wähle Swing.
- Du bist unsicher? Swing. Der Wechsel zu Standard bleibt später möglich.
Rechne vor dem Start mit unserem FTMO-Rechner aus, wie viel Spielraum dir Tages- und Gesamtgrenze lassen.